ESG-H

Heißgelagertes thermisch vorgespanntes Kalknatron-Einscheibensicherheitsglas

ESG-H Berlin nach DIN EN 14197-1 ist ein thermisch vorgespanntes Einscheibensicherheitsglas nach DIN EN 12150, welches nach dem Vorspannen einem Heißlagerungstest unterzogen wird. Es erfüllt die Anforderungen der Bauregelliste A, Teil 1.
Ziel des Heat-Soak-Test`s ist es, das Restrisiko spontanen Brechens aufgrund der möglichen Anwesenheit von kritischen Nickelsulfied-Einschlüssen zu minimieren.
Das Glas bricht tatsächlich „spontan“, d.h. ohne jede Einwirkung von außen. Betroffen ist ausschließlich Einscheibensicherheitsglas.

Gegenüber dem Ausgangserzeugnis ändern sich die Materialeigenschaften:

•  erhöhte Biegebruchfestigkeit,  und damit verbundene erhöhte Schlag-, und Stossfestigkeit
•  erhöhte Temperaturwechselbeständigkeit
•  verletzungshemmend durch Zerfall in kleine stumpfkantige Glaskrümel
•  verringertes Restrisiko eines Spontanbruches

Heat-Soak-Test
Das vorgespannte Glas wird in einer speziellen Wärmekammer, dem Heat-Soak-Ofen, zugeführt. Nach einer kontrollierten Aufheizsphase wird das Glas über mehrere Stunden einer Wärmebelastung von 290 °C ausgesetzt. Durch das Erhitzen soll ein möglicher Spontanbruch gewollt herbeigeführt werden. Der Prüfprozess wird protokolliert.
ESG-H Berlin unterliegt einer permanenten werkseigenen Produktionskontrolle und der Fremdüberwachung durch ein notifiziertes Materialprüfungsamt, welche den Anforderungen nach DIN EN 14197-2 und der Bauregelliste A Teil 1, Anlage 11.11 entspricht.

Vorprodukt
ESG-H wird aus Kalk-Natronglas nach DIN EN 572-2, welches auch nach DIN EN 1096 beischichtete oder emailliert sein kann, hergestellt.
Sämtliche Bearbeitungen sind vor dem Heat-Soak-Test auszuführen. Eine nachträgliche Bearbeitung würde die gleich bleibende Spannungsverteilung stören und zum Bruch

Warum testen?
Bei der Glasproduktion wird das Glasgemenge durch geringe Spuren Nickelsulfid verunreinigt. Dies ist unvermeidbar und bei normalen Bauglas auch völlig unbedenklich. Wird das Glas thermisch vorgespannt, können diese Einschlüsse nach dem Abkühlungsprozess zu neuem Wachstum angeregt werden. Das Wachstum schreitet sehr langsam voran. So ist es möglich, dass erst nach Jahren die Nickelsulfid-Einschlüsse den ausreichenden Druck aufbauen, um eine Scheibe zu zerstören. Durch den Heat-Soak-Test kann man das Wachstum der Nickelsulfid–Einschlüsse so beschleunigen, dass gefährdete Scheiben bereits im Ofen springen und ein späterer Spontanbruch praktisch ausgeschlossen ist. Dadurch wird ESG Berlin zu einem sicherheitstechnisch unbedenklichen Produkt.
ESG Berlin kann gemäß der Norm per EN1417 als ESG-H nach Bauregelliste hergestellt werden.

Wir empfehlen, für ESG Berlin generell einen Heat–Soak–Test durchführen zu lassen.
Bei TVG Berlin kann auf den Heat-Soak-Test verzichtet werden, da das Nickelsulfid, bedingt durch den veränderten Herstellungsprozess, nicht zum Wachstum angeregt wird. Entsprechend DIN 18 516 Teil 4 müssen beim Einsatz von ESG Berlin als hinterlüftete Aussenwandbekleidung ESG-Scheiben einen Heisslagerungstest (Heat-Soak-Test) durchlaufen. Hierbei wird durch Erhitzen der Scheibe auf 290 ± 10 °C bei einer Haltezeit von 8 Stunden ein eventueller Spontanbruch gewollt herbeigeführt.

Konformitätserklärung, Leistungsmerkmale und Produktbeschreibung von ESG-H-Berlin sind unter Download CE abrufbar.