ESG

Thermisch vorgespanntes Kalknatron-Einscheibensicherheitsglas

ESG-Berlin nach DIN EN 12150-1 ist ein thermisch vorgespanntes Glas, das unter kontrollierten Bedingungen durch Erhitzen und anschließendem Abkühlen in ein System gleich bleibender Spannungsverteilung gebracht wird. Es erfüllt die Anforderungen der Bauregelliste A, Teil 1.

Gegenüber dem Ausgangserzeugnis ändern sich die Materialeigenschaften:

•  erhöhte Biegebruchfestigkeit,  und damit verbundene erhöhte Schlag-, und Stossfestigkeit
•  erhöhte Temperaturwechselbeständigkeit
•  verletzungshemmend durch Zerfall in kleine stumpfkantige Glaskrümel

Herstellung
ESG wird nach dem Zuschnitt und der Bearbeitung, wie Kantenschliff, Bohrungen, Glasausschnitte usw., gleichmäßig auf ca. 600 °C erhitzt und anschließend mit Kaltluft konvektiv abgeblasen. Beim Abkühlen bleibt die Kernzone im Glasquerschnitt warm, während die Oberflächen schnell erkalten. Dadurch entstehen außen Druckspannungen, während sich im Inneren eine Zugspannung einstellt. Die Änderungen der physikalischen Eigenschaften gegenüber dem Ausgangsprodukt beruhen auf diesen Spannungsunterschied.

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ESG kann nachträglich nicht weiter bearbeitet werden, weil dadurch die gleich bleibende Spannungsverteilung gestört und das ESG sofort zu Bruch gehen würde.

ESG-Berlin unterliegt einer permanenten werkseigenen Produktionskontrolle, die den Anforderungen nach DIN EN 12150-2 und der aktuellen Bauregelliste Teil 1, Anlage 11.7 entspricht. Die Erstprüfung erfolgte durch ein notifiziertes Materialprüfungsamt.

Vorprodukt
Einscheibensicherheitsglas wird aus Kalk-Natronsilicatglas nach DIN EN 572-1 hergestellt. Zur Anwendung kommen flache Float- und Ornamentgläser, welche auch eingefärbt, emailliert oder nach DIN EN 1096 beschichtet sein können.

 

Leistungseigenschaften
Die eigentliche Sicherheitseigenschaft von ESG Berlin besteht darin, dass bei Zerstörung des Glases die Scheibe in stumpfkantige Krümel zerfällt. Diese Krümelstruktur verringert das Risiko einer schweren Verletzung ganz erheblich. Die aus dem Herstellungsprozess resultierenden erhöhten Druckspannungen bei ESG Berlin, sorgen gleichzeitig für bessere Biegebruchfestigkeit gegenüber nicht vorgespannten Glas. Diese Eigenschaft macht man sich bei punktgehaltenen Konstruktionen (Ganzglastüren, Brüstungen) zu Nutze. Durch die Temperaturwechselbeständigkeit von ca. 200 Kelvin kann ESG Berlin auch dort eingesetzt werden, wo grosse Temperaturunterschiede auftreten (Schlagschatten, Heizkörpernähe).

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Anwendungen
Aufgrund der Sicherheitseigenschaften von ESG Berlin kann dieses Glas in einer breiten Anwendungspalette eingesetzt werden:
Ganzglasanlagen (HSW-Anlagen, Schiebesysteme), Ganzglastüren und Türanlagen, Ganzglasduschen und Badewannenabtrennungen, Brüstungen und Treppengeländer, Windfanganlagen, Trennwände und Raumteiler, Heizkörperabtrennungen, Lärmschutzwände (Straßenbau), Ballwurfsichere Verglasungen, Glasmöbel, Regalböden, Tischplatten, Vitrinen und als Basisglas für Verbund-Sicherheitsglas.

Bei Fragen zur Zulassung, Eignung und statischen Verwendbarkeit wenden Sie sich bitte an unseren Vertrieb.

Zur Minimierung des Risikos eines spontanen Brechens des ESG, verursacht durch die möglichen Anwesenheit von Nickelsulfied-Einschlüssen, empfehlen wir, das Glas einem Heat-Soak-Test zu unterziehen.

Konformitätserklärung, Leistungsmerkmale und Produktbeschreibung von ESG-Berlin sind unter
Download CE abrufbar.